Das Trockene Auge wird auch als Keratoconjunctivitis sicca oder Sicca-Syndrom bezeichnet. Es ist eine häufige Störung des Tränenfilms und der Augenoberfläche, bei der die Augen nicht ausreichend befeuchtet werden. Der Tränenfilm bedeckt normalerweise die Oberfläche des Auges. Er besteht aus einer komplexen Mischung aus öliger, wässriger und schleimiger Komponente und spielt eine entscheidende Rolle für das Sehvermögen und den Schutz des Auges.
Bei Personen mit trockenem Auge kann der Tränenfilm instabil oder unzureichend sein. Die Konsequenz: Die Tränenflüssigkeit verdunstet schneller und die Augenoberfläche wird nur ungenügend befeuchtet. Dies kann zu einer Vielzahl von unangenehmen Symptomen führen, wie z.B. Brennen, Jucken, Stechen, Rötung, verschwommenes Sehen und einem allgemeinen Gefühl von Trockenheit oder Fremdkörpergefühl im Auge.
Es gibt verschiedene Faktoren, die zum Trockenen Auge beitragen können. Dazu zählen:
- Bildschirmarbeit und längere Zeiten am Computer oder Smartphone, da wir dabei weniger blinzeln und die Tränenflüssigkeit nicht so gut verteilt wird.
- Trockene Umgebungen, wie klimatisierte oder geheizte Räume, die die Verdunstung des Tränenfilms erhöhen können.
- Hormonelle Veränderungen, die im Zusammenhang mit dem Alterungsprozess oder bestimmten Lebensphasen wie der Menopause auftreten können.
- Medizinische Bedingungen wie entzündliche Erkrankungen der Augenlider (Blepharitis), Autoimmunerkrankungen oder Hormonstörungen.
- Die Verwendung bestimmter Medikamente, die als Nebenwirkung das Auge austrocknen können.
Die Behandlung des Trockenen Auges zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Augenoberfläche ausreichend zu befeuchten. In den meisten Fällen werden künstliche Tränen oder Augentropfen empfohlen, um die fehlende Feuchtigkeit zu ersetzen und die Augen zu beruhigen. Es gibt eine Vielzahl von künstlichen Tränenpräparaten auf dem Markt, die je nach Bedarf und individueller Verträglichkeit ausgewählt werden können.
Bei schwereren Fällen von Trockenem Auge können zusätzliche Therapien erwogen werden. Zu diesen Therapien zählen z.B. die Anwendung von Augensalben, die längere Befeuchtung bieten, die Blockierung der Tränenpünktchen, um die Tränen im Auge länger zu halten. Oder auch die Verwendung von sogenannten autologen Serumtropfen, die aus dem Blut des Patienten gewonnen werden und eine höhere Konzentration an Nährstoffen und Wachstumsfaktoren enthalten, um die Heilung der Augenoberfläche zu unterstützen.
Änderungen des Lebensstils können ebenfalls dazu beitragen, das Trockene Auge zu verbessern. Dazu gehören regelmäßiges Blinzeln beim Lesen oder Arbeiten am Bildschirm, ausreichende Hydratation, das Vermeiden von rauchigen Umgebungen und der Einsatz von Luftbefeuchtern in trockenen Räumen.
Es ist wichtig zu betonen, dass trockene Augen ein häufiges Problem sind. Eine frühzeitige Diagnose und angemessene Behandlung können helfen, Symptome zu lindern und langfristige Komplikationen zu verhindern. Der Augenarzt kann eine genaue Diagnose stellen und eine individuell angepasste Behandlung empfehlen. Ziel ist es, das Wohlbefinden der Augen wiederherzustellen und eine klare, komfortable Sicht zu gewährleisten.
