Was versteht man unter Nystagmus?

Nystagmus beschreibt eine Störung der Augenbewegung, bei der die Augen unwillkürlich und rhythmisch zittern oder sich bewegen. Diese Bewegungen können in unterschiedlicher Richtung erfolgen, etwa horizontal, vertikal oder rotierend. Je nach Ursache und Erscheinungsbild unterscheidet man verschiedene Nystagmusarten, die individuell behandelt werden können.  

 Welche Arten des Nystagmus gibt es?

  1. Kongenitaler Nystagmus: Diese Form ist angeboren und tritt meist in den ersten Lebensmonaten auf. Sie ist oft mit einer Sehschwäche oder anderen Augenerkrankungen wie Albinismus oder Netzhautdystrophien verbunden. Betroffene nehmen die Augenbewegungen oft nicht bewusst wahr, da das Gehirn sie kompensiert.  
  2. Erworbener Nystagmus: tritt im Laufe des Lebens auf. Er kann durch neurologische Erkrankungen, Medikamentennebenwirkungen oder Verletzungen des Gehirns oder Gleichgewichtsorgans verursacht werden.  
  3. Blickrichtungsnystagmus: tritt bei extremen Blickwinkeln auf. Er ist oft physiologisch, kann aber auch auf eine Gehirnstörung hinweisen.  
  4. Vestibulärer Nystagmus: entsteht durch Störungen im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs, etwa bei Schwindelerkrankungen oder Entzündungen.  
  5. Optokinetischer Nystagmus: tritt auf, wenn die Augen Objekten folgen, die sich bewegen. Ein Beispiel dafür ist die Betrachtung eines vorbeifahrenden Zuges. Sie ist eine normale Reaktion des visuellen Systems.  

Wie wird Nystagmus diagnostiziert und behandelt?

Die Diagnose erfolgt durch eine gründliche Augenuntersuchung. Dabei werden häufig spezielle Geräte wie die Elektronystagmographie (ENG) oder Videoaufzeichnungen von Augenbewegungen eingesetzt. Zusätzlich können neurologische Tests und bildgebende Verfahren wie MRT notwendig sein, um die Ursache zu klären.  

Die Behandlung hängt von der Art und Ursache des Nystagmus ab. Bei angeborenem Nystagmus kann eine Brille oder Kontaktlinse die Sehfähigkeit verbessern. In einigen Fällen hilft eine spezielle Kopfhaltung, die Bewegungen zu minimieren. Erworbener Nystagmus erfordert oft die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung. Medikamente, Sehtraining oder operative Eingriffe können ebenfalls eingesetzt werden.

OCULUS Produkte für die Augentopographie:

  1. OCULUS Binoptometer® 4P – für die umfassende Sehtestdiagnostik und Beurteilung der Sehfunktionen bei Nystagmus.
  2. OCULUS Vissard 3D – Refraktionssystem für präzise Sehstärkenbestimmung auch bei unruhigen Augenbewegungen.
  3. OCULUS Keratograph® 5M – kann unterstützend genutzt werden, um Hornhautverformungen oder Kontaktlinsenanpassungen bei Nystagmuspatienten zu prüfen.

 

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