Neben der zu meist bekannten Hell- und Dunkeladaptation ist das menschliche Auge auch in der Lage, sich an Farben zu gewöhnen (Farbadaptation oder Chromatische Adaptation). Beispiel: Ein weißes Blatt Papier hat für uns das gleiche Weiß, wenn wir es im Tageslicht und dann unter Kunstlicht anschauen. In Wirklichkeit hat es bei Tageslicht aber einen Blaustich und bei Kunstlicht einen Gelbstich. Der Grund, warum wir es trotzdem als selbe Farbe wahrnehmen ist die Gewöhnung unserer Augen an die Umgebungsbeleuchtung (chromatische Adaption).
Diese Gewöhnung an Farbe kann auch bei der Durchführung von Farbtests zur Bestimmung von Farbfehlsichtigkeiten auftreten. Ein langes Betrachten von Farbtests, wie die Ishihara Tafeln, kann daher zu einer Verfälschung des Ergebnisses führen. Um dies zu vermeiden, werden die Tafeln dem Betrachter nur wenige Sekunden gezeigt. Nach Ablauf dieser Zeit werden im Binoptometer® 4P die Farbtafeln für den Probanden ausgeblendet – er sieht nur noch einen weißen Bildschirm. Für den Untersucher erscheint als Hinweis gleichzeitig ein graues Kreuz über der gezeigten Farbtafel auf dem Bildschirm. Das Ankreuzen eine Antwort ist auch danach noch möglich. Folgende Darbietungszeiten sind im Binoptometer® 4P voreingestellt:
- Farbtafeln nach Ishihara: 4 Sekunden
- Velhagen-Broschmann Tafeln: 15 Sekunden
- Matsubara Farbtafeln: 10 Sekunden
Diese empfohlenen Darbietungszeiten können auch manuell verändert werden: In der Binoptometer® 4P Software unter “Einstellungen” und weiter unter “System”.
